Nur eine Autostunde von unserer Unterkunft entfernt befindet sich in Botswana der 10.566 qkm große Chobe Nationalpark. Auf Empfehlung von Mambo buchen wir im Vorfeld eine Tagestour und sind gespannt, was uns erwartet. Schon auf dem Weg zur Grenze erleben wir unsere eigene kleine Safari, da läuft doch echt ein Elefant am Straßenrand entlang – das ist ja großartig, denken wir und fahren mit dem nötigen Abstand vorbei. Doch das war noch nicht alles, ein paar Kilometer weiter überquert eine ganze Elefantenherde die Straße – wir versuchen die Dickhäuter mit der Kamera einzufangen und beobachten das Spektakel. Zuerst kommt das Familienoberhaupt, stellt sich auf die Straße und blickt sich um – dann wackelt er kräftig mit Ohren und Rüssel und gibt einen lauten Brüller in unsere Richtung, als er merkt, dass wir uns nicht bewegen und offensichtlich keine Gefahr darstellen, laufen Mutter und Kinder über die Straße und der Bulle trabt hinterher, wenn alle in Sicherheit sind. Bei einer ganzen Herde kann das schon mal dauern, denn eine Familie kommt nach der anderen und immer gibt es die gleiche Vorgehensweise. Wahnsinn – und das alles auf einer öffentlichen Landstraße. Bis wir in Botswana sind, werden wir noch dreimal anhalten und uns über die grauen Riesen freuen.

An der Grenze werden wir abgeholt, wir verbringen den Tag zusammen mit einem jungen Pärchen aus England und einem älteren Pärchen aus Florida. Bevor es richtig los geht, bekommen wir erstmal ein ordentliches Frühstück und dann geht es ab auf`s Boot, um über den Chobe zu schippern. Unser Guide sagt uns im Vorfeld, dass er für die Sichtung der Tiere nicht garantieren kann, aber offensichtlich verfügt er über eine Menge Erfahrung, denn er kann schon erkennen was sich da durch Wasser und Wiesen bewegt, bevor wir irgend etwas sehen. Hippos beim fressen, große und kleine Krokodile, einen Weißkopfseeadler, unzählige verschiedene Vogelarten und viele unterschiedliche Huftiere können wir vom Boot aus beobachten und fotografieren. Nebenbei wird uns viel wissenswertes erklärt und manchmal kommen wir so nahe an die Tiere heran, dass wir uns Sorgen machen, sie könnten ins Boot hüpfen. Eigentlich ist es schon ein Highlight nur über den Chobe-Fluss zu fahren, mit dem Glück die Tiere zu sehen, wird es zum echten Erlebnis. Nach der Bootstour bekommen wir ein wirklich hervorragendes Mittagsbuffet und wir futtern uns die Bäuche voll, endlich etwas vernünftiges zu essen und das Wichtigste – genug davon. Gestern Abend lagen wir im Bett und haben aufgezählt, was wir jetzt alles gerne essen würden. Vom Krabbenbrötchen über das Schnitzel bis zum Hirschbraten war alles dabei – auf dem Buffet liegt nichts davon, aber die Auswahl ist groß und alles ist ausgesprochen lecker.

Anschließend gibt es eine Tour mit dem 4×4 durch den Park, leider haben wir jetzt nicht mehr soviel Glück und sehen nur ein paar Huftiere und Baboons, aber die haben wir jeden Tag zu hunderten in der Stadt herumlaufen. Wahrscheinlich spüren die Tiere den herannahenden Regen und verstecken sich alle, denn es dauert gar nicht lange und es schüttet wie aus Eimern. Als wir dann alle trotz Regenjacken nass bis auf die Haut sind, wird die Tour abgebrochen, aber wir sind nicht traurig, denn wir hatten einen unvergesslichen Tag im Chobe Nationalpark. Zurück an der Grenze erwartet uns dann wieder mal eine Überraschung , diesmal ist es kein Konflikt mit den Grenzbehörden, heute sind wir an unsere Misere selber schuld. Unser Auto will nicht mehr starten, es zeigt keine Regung – das Licht war den ganzen Tag an. Es dauert gar nicht lange, da bemerken auch die Leute um uns herum, dass wir in einer Notlage sind. Vier Männer vom Grenzpersonal sind schnell zur Stelle und begutachten die Lage, während wir mit zwei von ihnen noch plaudern ist einer schon auf dem Weg um sein Auto zu holen, ein anderer rennt in die andere Richtung und kommt mit Starterkabeln zurück. Insgesamt dauert es nicht mal 10 Minuten und unser fahrbarer Untersatz läuft wieder. Wir sind unglaublich erleichtert, die Hilfe kam so schnell, dass wir nicht einmal darum bitten brauchten und als wir uns bedanken, wird uns erklärt, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, zu helfen, wenn sich jemand in Not befindet. Bevor wir ins Auto steigen, wechselt natürlich noch ein Scheinchen die Hand, dies ist eine Selbstverständlichkeit für uns, denn wir versuchen uns vorzustellen, wie lange wir in Deutschland auf Hilfe gewartet hätten. Auf dem Rückweg sehen wir wieder ein paar Elefanten, einer steht mitten auf der Straße, trinkt aus einer Pfütze und denkt nicht daran den Weg zu räumen, bevor die Straße trocken geschlürft ist. Heute liegen wir ganz glücklich in unseren Betten, wir haben viel gesehen, durften sehr hilfsbereite und nette Menschen treffen und wir sind satt. Ein wirklich gelungener Tag.

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